Als jemand, die täglich zwischen Konzerten, Ausstellungen und Hinter-den-Kulissen-Gesprächen unterwegs ist, stoße ich immer wieder auf die gleiche Frage: Wie finde ich diese vermeintlich „versteckten“ Förderprogramme für freie Künstlerinnen und Künstler rund um die Ruhraue – und wie schreibe ich eine Bewerbung, die wirklich überzeugt? Hier teile ich meine erprobten Wege, konkrete Adressen und praktische Tipps, damit du Förderchancen nicht mehr übersiehst und deine Förderungschancen maximierst.
Wo ich zuerst suche: lokale Quellen, die oft übersehen werden
Beginne mit den Stellen, die nah sind – sie sind oft weniger kompetitiv und haben spezifische Mittel für unsere Region:
Ich überprüfe regelmäßig die Websites der Städte entlang der Ruhr (Oberhausen, Duisburg, Essen, Mülheim etc.) und abonniere deren Newsletter. Oft stehen Ausschreibungen nur kurzfristig online – ein Newsletter oder RSS-Feed spart dir das tägliche Nachschauen.
Landes- und Bundesprogramme, die man kennen sollte
Nachdem ich mich lokal orientiert habe, schaue ich auf Ebene des Landes NRW und des Bundes. Einige Programme sind bekannt, andere sind zeitlich begrenzt oder thematisch eingegrenzt:
Ich selbst habe die Newsletter dieser Institutionen abonniert und gelegentlich Google Alerts zu Begriffen wie „Künstlerförderung NRW“ eingerichtet. So verpasse ich keine neuen Calls.
Stiftungen, private Fonds und thematische Ausschreibungen
Viele kleinere Stiftungen und Unternehmensförderungen sind nicht prominent beworben. Mein Tipp: recherchiere Stiftungen lokal und thematisch - etwa für Musik, Theater, Fotografie oder Soziokultur. Tools wie Stiftungsfinder oder die Datenbanken von Kulturverbänden helfen dabei.
Wo die „versteckten“ Programme wirklich lauern
Das sind die Orte, die ich täglich checke, weil sie oft wenig beworben, aber leicht zugänglich sind:
Wie ich meine Bewerbung vorbereite
Eine gute Bewerbung beginnt lange vor dem Absenden. Ich lege mir eine Standard-Mappe mit Bausteinen an, die ich je nach Ausschreibung schnell anpassen kann:
Ich formuliere das Exposé so, dass es auch ein nicht-kultureller Leser versteht – jurorinnen sind oft fachübergreifend. Eine klare Sprache und ein prägnanter Elevator Pitch helfen enorm.
Tipps zum Budget – ein kleines Beispiel
Ein klar strukturiertes Budget zeigt Professionalität. Hier ein vereinfachtes Muster, das ich oft nutze:
| Posten | Betrag (€) |
|---|---|
| Honorar Künstler/in | 1.200 |
| Material / Requisiten | 300 |
| Raummiete / Technik | 400 |
| Werbung / Druck | 150 |
| Reisekosten | 100 |
| Sonstiges / Puffer (5%) | 120 |
| Gesamt | 2.270 |
Ich notiere neben jedem Posten eine kurze Begründung („Warum 400 € Technik?“), das wirkt vertrauenswürdig und nachvollziehbar.
Formales, das oft übersehen wird
Die kleinen Dinge entscheiden mit:
Wie ich Bewerbungen präsentiere: Ton und Strategie
Ich verfolge eine Dreiteilung: klar, persönlich, konkret.
Wenn möglich, nenne messbare Ergebnisse (Anzahl Workshops, Besucherzahlen, Ausstellungsdauer). Das macht deinen Antrag greifbarer.
Netzwerken als Förderstrategie
Fördermittel entstehen oft aus Beziehungen. Ich investiere Zeit in folgende Aktivitäten:
Ein konkreter Tipp: Lade eine/n Kulturbeauftragte/n auf einen Probedurchlauf oder eine Arbeitsprobe ein. Direkter Kontakt wirkt oft überzeugender als die 15. Mail.
Aftercare: Berichterstattung und nachhaltige Beziehungen
Wenn die Förderung bewilligt wurde, endet die Arbeit nicht mit der Auszahlung. Gute Berichterstattung erhöht die Chance auf Folgeförderung:
Ich habe so schon wiederholt Folgeförderungen oder Weiterempfehlungen erhalten – Förderer erinnern sich an verlässliche Projektpartnerinnen.
Wenn du magst, kannst du mir kurz dein Projekt-Exposé schicken (Kontaktformular auf kulturzentrum-ruhraue.de) – ich schaue gern drüber und gebe Feedback zu Struktur, Budget und Fördersuche. Vor Ort bei einer Veranstaltung spreche ich auch gerne persönlich mit dir darüber.